Kurz gesagt
Amazon FBA (Versand durch Amazon) ist ein echtes Handelsgeschäft: Du kaufst Ware ein, Amazon lagert und versendet sie, und du trägst Einkauf, Gebühren, Lagerrisiko und Händlerpflichten. Für Einsteiger mit wenig Kapital und wenig Zeit ist das selten der leichteste Weg. Wer ohne Ware und Lager starten will, ist bei Affiliate Marketing meist besser aufgehoben.
Inhalt
Du suchst nach „Amazon FBA“ und fragst dich, ob sich der Verkauf über Amazon neben dem Job lohnt? Dann bekommst du hier keine Erfolgsstory, sondern einen genauen Blick auf Ablauf, Kosten, Pflichten und Haken.
Ich bin seit 2018 nebenberuflich im Affiliate Marketing und bis heute angestellt. Amazon FBA habe ich selbst nicht betrieben. Ich habe mir das Modell und die Angaben von Amazon und den zuständigen Stellen aber genau angesehen und frage wie immer: Was bringt jemandem mit wenig Zeit und begrenztem Budget wirklich etwas? 🙂
Lohnt sich das?
Amazon FBA kann sich lohnen, aber nicht als leichter Nebenverdienst. Du führst ein Handelsgeschäft: Du kaufst Ware ein, bezahlst Gebühren, trägst das Lagerrisiko und musst Händlerpflichten erfüllen. Amazon nimmt dir Lagerung und Versand ab. Das Geschäft nimmt dir niemand ab.
Wer Zeit, Startkapital und Lust auf Produktrecherche, Einkauf und Zahlen mitbringt, kann sich damit etwas aufbauen. Wer ein kleines Budget hat und möglichst wenig Risiko will, tut sich mit anderen Modellen leichter.
Wichtig für die Abgrenzung: Bei Dropshipping hast du keinen Bestand, bei FBA liegt deine eingekaufte Ware im Amazon-Lager. Und anders als bei Amazon KDP, wo du Bücher veröffentlichst, ohne Ware vorab einzukaufen, bindest du hier Geld in physischer Ware.
Der WOG-Check
6 Kriterien, je 1 bis 5 Punkte. Mehr Punkte sind immer besser für dich.
-
Startkapital2/5
Du kaufst Ware vorab ein und zahlst Tarif, Gebühren und meist Werbung. Das bindet Geld, das weg sein kann.
-
Zeit bis zum ersten Euro2/5
Produktwahl, Einkauf, Lieferzeit, Einlagerung und Listing dauern. Erst danach kann Umsatz entstehen.
-
Ausbaufähigkeit4/5
Ein laufendes Produkt lässt sich mit weiteren Produkten und mehr Menge ausbauen. Amazon bringt viel Reichweite mit.
-
Risiko2/5
Falsche Produktwahl, Lagerkosten, Retouren und Plattformregeln liegen bei dir. Überschüssige Ware bleibt dein Problem.
-
Passives Einkommen3/5
Amazon übernimmt Lagerung, Versand und Kundenservice. Einkauf, Preise, Werbung und Rechtliches bleiben bei dir.
-
Seriosität des Marktes3/5
Amazon als Marktplatz ist etabliert. Rund um FBA-Kurse gibt es aber viele Versprechen, die man prüfen sollte.
Gesamtfazit: für die meisten Einsteiger nicht empfehlenswert
Für die meisten Einsteiger neben dem Job nicht empfehlenswert: ein echtes Handelsgeschäft mit Kapitalbedarf, Lagerrisiko und Pflichten.
So funktioniert es in Kürze
Der Ablauf ist schnell erklärt. Laut Amazon (Stand 14.10.2026) sind es im Kern diese Schritte:
- Registrieren. Du legst ein Verkäuferkonto an und wählst einen Verkaufstarif.
- Angebote erstellen. Du legst deine Produkte an oder hängst dich an bestehende an.
- Ware senden. Du schickst deine Ware an ein Logistikzentrum von Amazon.
- Amazon versendet. Amazon lagert, verpackt und versendet. Laut Amazon übernimmt es auch Kundenservice und Rücksendungen.
- Verwalten. Du behältst Bestand, Preise, Werbung und Zahlen im Blick.
Das klingt nach wenig Arbeit. Der Aufwand steckt davor und daneben: das richtige Produkt finden, einkaufen, Preise rechnen und rechtlich sauber bleiben.
Erfahrungen: was Nutzer berichten und meine Sicht
Wer sich das Modell genauer ansieht, stößt immer wieder auf dieselben Punkte:
- Die Produktwahl entscheidet. Die Technik ist selten das Problem. Schwierig wird es bei einem Produkt, bei dem am Ende zu wenig übrig bleibt.
- Die Marge schrumpft. Einkaufspreis, Amazon-Gebühren, Versand, Lagerung und Werbung fressen schnell einen großen Teil des Verkaufspreises.
- Der Konkurrenzdruck ist hoch. Auf Amazon konkurrierst du mit Anbietern, die Preis und Bewertungen längst aufgebaut haben.
- Gebühren und Regeln ändern sich. Wer einmal gerechnet hat und dann nicht mehr nachrechnet, wird überrascht.
- Kurse versprechen oft viel. Prüfe genau, ob der Inhalt zum Preis und zum Versprechen passt.
Meine Sicht: Der Haken ist selten Amazon selbst, sondern die Rechnung. Wer vorher ehrlich kalkuliert, trifft bessere Entscheidungen.
Kosten, Risiken und Haken
Stand: 14.10.2026, laut Amazon. Gebühren ändern sich, prüfe die aktuellen Sätze vor dem Start auf der Preisseite von Amazon. Alle Preise netto, also zuzüglich Mehrwertsteuer.
Verkaufstarif und Verkaufsgebühren
- Professional: 39 € pro Monat zuzüglich MwSt., unabhängig von der Stückzahl.
- Individual: 0,99 € zuzüglich MwSt. pro verkauftem Artikel.
- Verkaufsgebühr: ein Prozentsatz vom Verkaufspreis, je nach Kategorie. Amazon schreibt, die meisten lägen zwischen 8 % und 15 %. In den meisten Kategorien gibt es eine Mindestgebühr von 0,30 € pro Artikel.
FBA-Gebühren
Für den Versand durch Amazon fällt eine Auftragsabwicklungsgebühr pro Einheit an. Sie hängt laut Amazon von Produkttyp, Größe und Gewicht ab. Dazu kommen Lagergebühren pro Kubikmeter und Monat. Als Beispiel nennt Amazon für Standardgröße in den meisten Kategorien 27,54 € von Januar bis September und 52,20 € von Oktober bis Dezember. Zusätzlich nennt Amazon einen Treibstoff- und Logistikaufschlag von 1,5 % auf die FBA-Versandgebühren ab 17.04.2026 sowie Aufschläge für lange eingelagerten Bestand und hohe Lagerauslastung.
Die Rechnung unterschätzen viele. Von deinem Verkaufspreis gehen Einkauf, Verkaufsgebühr, FBA-Gebühren, Werbung, Retouren und Steuer ab. Erst dann siehst du, was bleibt.
Lagerrisiko
Ware, die nicht verkauft wird, verursacht weiter Lagerkosten. Wer sie loswerden will, kann sie laut Amazon entsorgen lassen. Dann ist das Geld weg.
Pflichten, die viele übersehen
Wer Ware in Deutschland verkauft, trägt als Händler Verantwortung. Das ist keine Rechts- oder Steuerberatung. Prüfe jeden Punkt bei den offiziellen Stellen oder frage eine Beratung.
- Verpackungsregister LUCID. Laut Zentraler Stelle Verpackungsregister muss im Verpackungsregister LUCID registriert sein, wer in Deutschland verpackte Waren vertreibt. Verpackungen für den Versand sind demnach ausnahmslos systembeteiligungspflichtig, dafür brauchst du einen Vertrag mit einem Systembetreiber. Plattformen müssen sich die Registrierung bestätigen lassen, sonst dürfen die Produkte nicht angeboten werden.
- Elektrogeräte. Nach § 6 ElektroG müssen sich Hersteller registrieren, bevor sie Elektro- und Elektronikgeräte in Verkehr bringen. Ohne Registrierung dürfen laut Gesetz Marktplätze das Anbieten nicht ermöglichen und Fulfillment-Dienstleister Lagerung und Versand nicht übernehmen.
- Produktsicherheit. Für viele Produkte gelten EU-Regeln zur Produktsicherheit mit Pflichten für Hersteller, Importeure und Händler, etwa zu Kennzeichnung, Dokumentation und einem Ansprechpartner in der EU. Was für dein Produkt gilt, hängt vom Produkt ab. Informiere dich vorher bei den zuständigen Stellen.
- Gewerbe und Umsatzsteuer. Wer dauerhaft verkauft, meldet in der Regel ein Gewerbe an und versteuert Einnahmen. Die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG kennt laut Gesetz Grenzen von 25.000 € Vorjahresumsatz und 100.000 € im laufenden Jahr. Wie das für dich passt, steht in meinem Artikel zur Kleinunternehmerregelung. Zur Anmeldung hilft dir mein Artikel zur Gewerbeanmeldung.
Dazu kommen Pflichtangaben und Rechtstexte, die für Händler gelten. Einen Überblick gibt mein Artikel zu den rechtlichen Pflichtseiten.
Warnsignale bei FBA-Kursen und Anzeigen
Rund um Amazon FBA gibt es viele Angebote, die Einsteiger ansprechen. Diese Muster sollten dich vorsichtig machen:
- „Passives Einkommen mit Amazon.“ Einkauf, Preise, Werbung und Pflichten laufen nicht von allein.
- Umsatz-Screenshots. Umsatz ist nicht Gewinn. Einkauf, Gebühren und Werbung sind darin nicht abgezogen.
- „Gewinnprodukt“ oder „Geheimtipp“. Wenn ein Produkt sicher funktionierte, würden es viele verkaufen. Dann sinken die Preise.
- Countdown und knappe Plätze. Zeitdruck ersetzt kein gutes Angebot.
- Pflichten werden verschwiegen. Ein Kurs, der Verpackungsregister, Produktsicherheit und Steuern nicht erwähnt, lässt dich mit dem Risiko allein.
- Unklarer Anbieter. Kein Name, kein vollständiges Impressum, keine konkrete Inhaltsübersicht: lass es.
Für wen es passt und für wen nicht
Passt zu dir, wenn …
- du Startkapital hast, das du im Zweifel verlieren kannst.
- du gern mit Zahlen arbeitest und vor jedem Einkauf nachrechnest.
- du bereit bist, dich in Pflichten wie Verpackungsregister und Produktsicherheit einzuarbeiten.
- du Geduld hast und in Monaten statt in Wochen denkst.
Lass es lieber, wenn …
- du mit sehr wenig Geld starten willst.
- du ein Einkommen erwartest, das ohne deinen Einsatz läuft.
- du Papierkram und rechtliche Pflichten scheust.
- du dir von einem Kurs die Produktwahl abnehmen lassen willst. 🙂
Im Vergleich zu Affiliate Marketing
| Punkt | Amazon FBA | Affiliate Marketing |
|---|---|---|
| Ware nötig? | Ja, du kaufst vorab ein | Nein, du empfiehlst fremde Produkte |
| Startkosten | Wareneinkauf, Verkaufstarif, Gebühren, Werbung | Meist niedrig, vor allem deine Zeit |
| Lagerrisiko | Bei dir, Lagerkosten laufen weiter | Gibt es nicht |
| Kundenservice | Laut Amazon übernimmt es Amazon, die Verantwortung bleibt bei dir | Beim Anbieter |
| Pflichten | Händlerpflichten, Verpackungsregister, Produktsicherheit, Steuer | Gewerbe, Steuer, Kennzeichnung von Werbung |
| Abhängigkeit | Von Amazon-Regeln und Gebühren | Von Anbietern und Provisionsregeln |
Fair gesagt: Bei FBA hast du ein eigenes Geschäft mit echten Produkten und Amazons Reichweite. Beim Affiliate Marketing hängst du an den Produkten und Regeln anderer.
Ich habe mich 2018 für Affiliate Marketing entschieden. Ich bin angestellt, beruflich viel unterwegs und habe Familie. Ich wollte etwas aufbauen, das neben dem Job geht, ohne Ware, ohne Lager und ohne Kundenservice für fremde Pakete. Wie ein einfacher Ablauf aussehen kann, zeige ich in meinem Artikel zum einfachsten Affiliate Funnel. Wenn du sehen willst, wie meine Bilanz seit 2018 ausfällt, lies meine Erfahrungen mit Online Geld verdienen.
Wenn du es trotzdem lernen willst
Ich empfehle dir hier bewusst keinen bestimmten FBA-Kurs. Stattdessen bekommst du eine Checkliste, mit der du jedes Angebot selbst prüfst:
- Konkreter Inhalt. Eine Modul- und Lektionsübersicht vor dem Kauf, nicht nur Schlagworte.
- Pflichten kommen vor. Verpackungsregister, Produktsicherheit, Gewerbe und Steuern müssen im Lehrplan stehen. Fehlen sie, fehlt ein Teil der Wahrheit.
- Echte Zahlen statt Umsatz. Seriöse Beispiele zeigen Einkauf, Gebühren, Werbung und was übrig bleibt, nicht nur den Umsatz.
- Echter Anbieter. Voller Name, Impressum mit Anschrift, erreichbarer Kontakt.
- Ehrliche Erwartungen. Keine Verdienstgarantien, keine „Gewinnprodukte“, keine Ergebnisse in wenigen Tagen.
- Kein Zeitdruck. Keine Countdowns, keine künstliche Knappheit.
- Preis im Verhältnis. Vergleiche mit den kostenlosen Hilfeseiten von Amazon. Vieles zu Ablauf und Gebühren steht dort ohne Kurs.
- Rückgabe und Widerruf. Lies vor dem Kauf, was bei digitalen Inhalten gilt und ob es eine Garantie über die gesetzliche Frist hinaus gibt.
- Upsells einplanen. Prüfe, was nach dem Kauf zusätzlich angeboten wird, und ob der Kurs ohne diese Zusätze funktioniert.
Mein Tipp: Rechne vor jeder Ausgabe ein Beispielprodukt mit den Gebühren von Amazon durch. Das kostet dich Zeit, aber kein Geld.
Mein Fazit
Amazon FBA ist kein Betrug und kein Selbstläufer, sondern ein Handelsgeschäft mit Kapitalbedarf, Gebühren und Pflichten. Mit gutem Produkt, sauberer Rechnung und Geduld kann es funktionieren. Versprechen kann ich dir das nicht, und wer dir ein Ergebnis zusichert, will meist einen Kurs verkaufen.
Wenn du lieber ohne Ware, Lager und Pflichten rund um Verpackung und Produktsicherheit starten willst, hol dir den kostenlosen Affilionär Kickstart* und entscheide danach in Ruhe, welcher Weg zu dir passt. Wenn du erst einen Überblick willst, lies meinen Leitartikel.
Häufige Fragen
Was ist Amazon FBA?
FBA steht für „Fulfillment by Amazon“, auf Deutsch „Versand durch Amazon“. Du schickst deine Ware an ein Logistikzentrum von Amazon. Amazon lagert sie, verpackt und versendet sie und übernimmt laut Amazon auch Kundenservice und Rücksendungen. Verkäufer bleibst trotzdem du.
Lohnt sich Amazon FBA für Anfänger?
Nur eingeschränkt. Du brauchst Geld für den Wareneinkauf, rechnest mit Gebühren und Werbekosten und musst Pflichten wie Verpackungsregistrierung und Produktsicherheit erfüllen. Es kann funktionieren, ist aber kein einfacher Nebenverdienst.
Wie viel Startkapital brauche ich für Amazon FBA?
Eine feste Zahl gibt es nicht, denn es hängt von Produkt, Menge und Einkaufspreis ab. Sicher fallen der Verkaufstarif, der Wareneinkauf, die Amazon-Gebühren und meist Werbung an. Rechne so, dass du den Einsatz im Zweifel verlieren kannst.
Was kostet Amazon FBA?
Laut Amazon (Stand 14.10.2026) kostet der Professional-Verkaufstarif 39 € pro Monat zuzüglich MwSt., dazu kommen Verkaufsgebühren je Kategorie, FBA-Gebühren für Versand und Lagerung sowie Zuschläge. Die aktuellen Sätze stehen bei Amazon, ich nenne sie unten mit Stand.
Brauche ich für Amazon FBA ein Gewerbe?
Wer dauerhaft und mit Gewinnabsicht verkauft, braucht in der Regel ein Gewerbe. Die Einordnung hängt vom Einzelfall ab. Wie die Anmeldung für Nebenberufler läuft, steht in meinem Artikel zur Gewerbeanmeldung. Das ist keine Rechts- oder Steuerberatung.
Was ist der Unterschied zu Dropshipping?
Bei FBA kaufst du die Ware vorab ein und sie liegt bei Amazon im Lager. Beim Dropshipping hast du keinen Bestand und gibst Bestellungen an einen Lieferanten weiter. Mehr dazu in meinem Artikel zu Dropshipping.
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Gratis Einstiegsplan ansehenQuellen
- Amazon Verkaufen: Preisgestaltung, Verkaufstarife und Gebühren (sell.amazon.de), Stand 14.10.2026
- Amazon Verkaufen: Startseite mit Verkaufstarifen (sell.amazon.de), Stand 14.10.2026
- Amazon Verkaufen: Versand durch Amazon (sell.amazon.de), Stand 14.10.2026
- Verpackungsregister LUCID: Versand- und Onlinehandel (Zentrale Stelle Verpackungsregister), Stand 14.10.2026
- ElektroG § 6 Registrierung (gesetze-im-internet.de), Stand 14.10.2026
- UStG § 19 Besteuerung der Kleinunternehmer (gesetze-im-internet.de), Stand 14.10.2026
* Partnerlink (Werbung): Kaufst du darüber, bekomme ich eine Provision. Für dich ändert sich am Preis nichts. Mehr dazu
Dieser Artikel wurde teilweise mit KI-Unterstützung erstellt.
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