Kurz gesagt

Reselling heißt, Ware günstig einzukaufen und über Plattformen wie Vinted, eBay oder Kleinanzeigen teurer weiterzuverkaufen. Es ist ohne Kurs und mit kleinem Budget startbar, kostet aber Zeit pro Stück und bindet Kapital in Ware. Wer wiederholt mit Gewinnabsicht einkauft und verkauft, sollte Gewerbe und Steuern klären. Ohne Ware, Lager und Versand arbeitest du mit Affiliate Marketing.

Inhalt
  1. Lohnt sich Reselling?
  2. Der WOG-Check
  3. So funktioniert Reselling in Kürze
  4. Erfahrungen: was Nutzer berichten und meine Sicht
  5. Kosten, Risiken und Haken
  6. Für wen Reselling passt und für wen nicht
  7. Im Vergleich zu Affiliate Marketing
  8. Wenn du es trotzdem ausprobieren willst
  9. Mein Fazit
  10. Häufige Fragen

Du suchst nach „Reselling“, weil du gehört hast, dass man günstig einkaufen und teurer weiterverkaufen kann? Dann bekommst du hier weder eine Erfolgsstory noch ein Verbot. Ich schaue mir das Modell genau an und sortiere, was dahinter steckt und wo die Haken liegen.

Ich bin seit 2018 nebenberuflich im Affiliate Marketing und bis heute angestellt. Deshalb prüfe ich Reselling mit dem Blick von jemandem, der wenig Zeit hat und Risiken gern klein hält. Ob es sich neben dem Job lohnt, für wen es passt und was Steuer und Plattformen dazu sagen, klären wir jetzt.

Lohnt sich Reselling?

Reselling lohnt sich für Menschen, die gern Schnäppchen finden und bereit sind, für jedes einzelne Stück Zeit zu investieren. Als Einstieg ist es angenehm: Du brauchst keinen Kurs, kein eigenes Produkt und kaum Startkapital. Als Nebenverdienst neben Job und Familie ist es aber ein Zeitgeschäft. Jedes Stück muss gefunden, geprüft, fotografiert, beschrieben, verkauft und verschickt werden.

Ob am Ende etwas übrig bleibt, hängt von deinem Einkaufspreis, den Gebühren, dem Versand und deiner Zeit ab. Wer seine Stunden nicht mitrechnet, schätzt den Gewinn schnell zu hoch ein. Mein Fazit vorweg: ausprobieren ja, aufbauen auf einem großen Plan eher nicht. 🙂

Der WOG-Check

6 Kriterien, je 1 bis 5 Punkte. Mehr Punkte sind immer besser für dich.

  • Startkapital4/5

    Du kannst mit wenigen Stücken oder Dingen aus dem eigenen Haushalt starten, später bindet Ware aber Geld.

  • Zeit bis zum ersten Euro4/5

    Ein erstes Stück kann schnell online sein und verkauft werden. Entscheidend ist, was nach Zeit und Kosten übrig bleibt.

  • Ausbaufähigkeit2/5

    Mehr Umsatz heißt fast immer mehr Einkauf, mehr Lager und mehr Versand. Die Arbeit wächst mit.

  • Risiko3/5

    Du kannst auf Ware sitzen bleiben, bei Fälschungen drohen Ärger und Kosten. Dafür sind die Einsätze am Anfang klein.

  • Passives Einkommen1/5

    Jedes Stück will gefunden, fotografiert, beschrieben und verschickt werden. Ohne dich läuft nichts.

  • Seriosität des Marktes4/5

    Weiterverkauf ist ein normaler, legaler Handel. Teure Reselling-Kurse sollte man kritisch prüfen.

Gesamtfazit: möglich, aber mit Einschränkungen

Möglich mit kleinem Einsatz, aber ein Zeitgeschäft: Du verdienst nur, solange du Stück für Stück selbst arbeitest.

So funktioniert Reselling in Kürze

Du kaufst Ware unter ihrem möglichen Verkaufspreis ein. Quellen sind zum Beispiel Flohmärkte, Haushaltsauflösungen, Abverkäufe, Restposten oder Aktionen im Handel. Beliebt sind Sneaker, Kleidung, Sammlerstücke und Spielzeug.

Danach stellst du die Ware auf einer Plattform ein, etwa Vinted, eBay oder Kleinanzeigen. Ein Käufer meldet sich, du verpackst und verschickst. Dein Verdienst ist der Verkaufspreis minus Einkaufspreis, minus Gebühren, minus Versand und Verpackung. Was dann noch übrig ist, teilst du durch die Stunden, die du investiert hast.

Erfahrungen: was Nutzer berichten und meine Sicht

In Videos, Foren und Ratgebern tauchen immer wieder dieselben Muster auf:

  • Der Einstieg ist leicht. Wer ein paar Dinge zu Hause aussortiert und verkauft, lernt Fotos, Beschreibung und Preisfindung ohne großes Risiko kennen.
  • Der Preis ist der Haken. Was gefragt ist, haben viele andere auch im Blick. Gute Schnäppchen werden schnell weggekauft, und der Einkaufspreis steigt.
  • Zeit pro Stück. Suchen, Abholen, Prüfen, Fotografieren, Einstellen, Fragen beantworten, Verpacken, zur Post bringen. Das summiert sich.
  • Gebundenes Kapital. Ware, die nicht verkauft wird, liegt herum. Geld und Platz sind belegt.
  • Retouren und Streit. Käufer melden Mängel, Pakete gehen verloren, Rückabwicklungen kosten Nerven.
  • Fälschungen. Bei gefragten Marken ist der Markt voller Nachahmungen. Wer Originale und Fälschungen nicht sicher unterscheidet, riskiert Ärger.

Meine Sicht: Das ist ein ehrlicher Handel mit echter Arbeit. Er wird in Social-Media-Beiträgen oft als Nebenverdienst „aus dem Handgelenk“ dargestellt. Die Rechnung geht aber nur auf, wenn du Einkauf, Gebühren, Versand und deine Zeit ehrlich gegenrechnest.

Kosten, Risiken und Haken

Stand aller Angaben: 13.10.2026. Das ist keine Rechts- oder Steuerberatung. Bei Fragen hilft eine Steuerberatung oder das Finanzamt.

Gebühren der Plattformen

Die Gebühren unterscheiden sich je Plattform, Verkäufertyp und Zusatzfunktion und ändern sich. Bei eBay nennt die Hilfeseite für private Verkäufer, dass der Verkauf innerhalb Deutschlands kostenlos ist. Zusatzoptionen, Werbung oder Versand ins Ausland können Geld kosten. Bei Vinted, Kleinanzeigen und anderen Plattformen schaust du am besten vor jedem Verkauf in die aktuelle Hilfeseite, was dich Verkauf, Käuferschutz und Versand kosten.

Kapital, Lager und Versand

Alles, was du einkaufst, ist Kapital in Ware, bis jemand kauft. Dazu kommen Platz, Verpackungsmaterial und Versandkosten. Gerade bei schweren oder sperrigen Stücken frisst der Versand die Marge.

Fälschungen und Markenrecht

Fälschungen darfst du nicht verkaufen. Auch gutgläubig eingekaufte Nachahmungen können Ärger mit Plattform und Markeninhabern bringen. Kaufe nur, wenn du die Echtheit sicher beurteilen kannst, und lass bei Unsicherheit die Finger weg.

Wann aus Verkaufen ein Gewerbe wird

Wer ein paar eigene Sachen verkauft, handelt privat. Wer dagegen wiederholt mit der Absicht einkauft, Gewinn durch Weiterverkauf zu machen, ist in der Regel nicht mehr privat unterwegs. Dann sind Gewerbeanmeldung, Fragebogen zur steuerlichen Erfassung und Steuern ein Thema. Die genaue Grenze hängt vom Einzelfall ab. Wie das für Nebenberufler läuft, steht in meinem Artikel zur Gewerbeanmeldung und zur Kleinunternehmerregelung. Im Zweifel fragst du vorab beim Finanzamt oder bei einer Steuerberatung nach.

Meldung an das Finanzamt (Plattformen-Steuertransparenzgesetz)

Seit 2023 müssen Plattformen bestimmte Verkäufer an die Finanzverwaltung melden. Laut Finanzverwaltung NRW werden Anbieter grundsätzlich nicht gemeldet, wenn sie auf derselben Plattform im Jahr weniger als 30 relevante Verkaufsfälle haben und insgesamt weniger als 2.000 Euro einnehmen. Beide Grenzen gelten gemeinsam. Gezählt werden abgeschlossene Rechtsgeschäfte, nicht die Zahl der verkauften Artikel.

Wichtig: Laut Finanzverwaltung bedeutet eine Ausnahme von der Meldung nicht, dass Einnahmen von der Steuerpflicht befreit sind. Für die Steuer gelten weiter die allgemeinen Regeln. Bei eBay steht dazu auf der DAC7-Seite, dass Verkaufsdaten gemeldet werden, sobald in einem Kalenderjahr mindestens 30 Transaktionen oder Umsätze über 2.000 Euro erreicht werden. Gemeldet wird im Januar des Folgejahres für das Vorjahr. Die Meldegrenze sagt also nichts darüber aus, ob du ein Gewerbe hast.

Für wen Reselling passt und für wen nicht

Passt zu dir, wenn …

  • du gern stöberst, Preise vergleichst und Freude an Schnäppchen hast.
  • du mit kleinem Einsatz testen willst und Verlust verkraftest.
  • du dich in einer Nische (Marke, Kategorie) wirklich auskennst.
  • du Verpacken und Versenden nicht als Last empfindest.

Lass es lieber, wenn …

  • du kaum Zeit hast und Einnahmen willst, die ohne dich weiterlaufen.
  • du dich bei Marken nicht auskennst und Fälschungen nicht erkennst.
  • du keinen Platz für Ware hast.
  • du keine Lust auf Käuferfragen, Reklamationen und Papierkram hast. 🙂

Im Vergleich zu Affiliate Marketing

Man kann es so sagen: Affiliate Marketing ist wie Reselling ohne Ware. Du empfiehlst Produkte, statt sie selbst einzukaufen und zu verschicken.

PunktResellingAffiliate Marketing
Einkauf und WareDu kaufst Ware ein und trägst das RisikoKein Einkauf, du empfiehlst fremde Produkte
Lager und VersandBei dirEntfällt, das macht der Anbieter
Retouren und StreitBei dir als VerkäuferBeim Anbieter
Zeit bis zum ersten ErfolgOft schnell, ein Stück kann in Tagen verkauft seinMeist langsamer, du baust erst Reichweite auf
SkalierbarkeitMehr Umsatz bedeutet mehr Arbeit pro StückInhalte und E-Mail-Liste wirken weiter, wenn sie einmal stehen
StartkapitalGering, steigt mit der WarenmengeGering, laufende Kosten für Website und Tools

Fair gesagt: Beim Reselling siehst du sehr schnell, ob etwas funktioniert, und hast die Ware in der Hand. Das ist ein echter Vorteil, denn Affiliate Marketing braucht Geduld, bevor die ersten Ergebnisse kommen.

Ich habe mich 2018 für Affiliate Marketing entschieden. Ich bin angestellt, beruflich viel unterwegs und habe Familie. Ich wollte etwas aufbauen, das ich neben dem Job machen kann, ohne Ware, ohne Versand und ohne Pakete zur Post zu bringen. Welche Modelle es gibt, steht im Überblick Online Geld verdienen. Ähnliche Modelle habe ich in der Reihe angeschaut, zum Beispiel Etsy und Dropshipping.

Wenn du es trotzdem ausprobieren willst

Für Reselling brauchst du keinen teuren Kurs. Starte klein und lerne an echten Verkäufen:

  • Beginne mit dem eigenen Haushalt. Verkaufe ein paar Dinge, die du nicht mehr brauchst. So lernst du Fotos, Beschreibung, Preis und Versand ohne Einkaufsrisiko.
  • Miss die Zeit pro Stück. Stoppe, wie lange Suchen, Fotografieren, Einstellen, Chat und Versand dauern. Teile den Gewinn durch diese Zeit.
  • Rechne alle Kosten ein. Gebühren, Verpackung, Versand und Porto kommen vom Verkaufspreis ab.
  • Kaufe erst wenige Stücke ein. Teste eine Kategorie, in der du dich auskennst, bevor du mehr Kapital bindest.
  • Behalte die Zahlen im Blick. Notiere Einkauf, Verkauf und Datum. So erkennst du früh, ob du in Richtung Gewerbe gehst.

Sobald du regelmäßig mit Gewinnabsicht einkaufst und verkaufst, lies meine Artikel zur Gewerbeanmeldung und zur Kleinunternehmerregelung.

Mein Fazit

Reselling ist ein ehrlicher Handel mit niedrigem Einstieg, aber mit echter Arbeit pro Stück. Es lohnt sich zum Ausprobieren, wenn du gern stöberst und ehrlich rechnest. Als Basis für etwas, das neben Job und Familie ohne dich weiterläuft, ist es weniger geeignet.

Wenn du lieber ohne Ware, Lager und Versand starten willst, hol dir den kostenlosen Affilionär Kickstart* und entscheide danach in Ruhe, welcher Weg zu dir passt. Einen Überblick über alle Wege findest du in meinem Leitartikel.

Häufige Fragen

Was ist Reselling?

Beim Reselling kaufst du Ware günstig ein, zum Beispiel auf dem Flohmarkt, im Abverkauf oder als Restposten, und verkaufst sie über Plattformen wie Vinted, eBay oder Kleinanzeigen zu einem höheren Preis weiter. Dein Verdienst ist die Differenz nach allen Kosten.

Ist Reselling erlaubt?

Ja, Weiterverkauf ist grundsätzlich erlaubt. Verboten sind Fälschungen, gestohlene Ware und Artikel, die die Plattform ausschließt. Bei Markenware gilt: Nur Originale anbieten. Wer regelmäßig verkauft, hat zusätzlich Händlerpflichten. Das ist keine Rechtsberatung.

Was kann man gut weiterverkaufen?

Gefragt sind oft Dinge, die viele Menschen suchen und die sich leicht versenden lassen, etwa Kleidung, Schuhe, Sammlerstücke oder Restposten. Was sich wirklich lohnt, entscheidet dein Einkaufspreis, der Wiederverkaufspreis und die Zeit, die du pro Stück brauchst. Teste das mit wenigen Stücken.

Muss ich Reselling versteuern und brauche ich ein Gewerbe?

Wer wiederholt mit Gewinnabsicht einkauft, um weiterzuverkaufen, ist meist kein privater Verkäufer mehr. Dann kommen Gewerbeanmeldung und Steuern ins Spiel. Mehr dazu in meinem Artikel zur Gewerbeanmeldung und zur Kleinunternehmerregelung. Im Zweifel fragst du Finanzamt oder Steuerberatung.

Melden Vinted und eBay meine Verkäufe ans Finanzamt?

Plattformen müssen Verkäufer nach dem Plattformen-Steuertransparenzgesetz melden, wenn sie auf einer Plattform im Jahr mindestens 30 Verkaufsfälle haben oder mindestens 2.000 Euro einnehmen. Eine Ausnahme von der Meldung heißt aber nicht, dass Einnahmen steuerfrei sind.

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Quellen

  1. Finanzverwaltung NRW: Plattformen-Steuertransparenzgesetz, Stand 13.10.2026
  2. eBay Deutschland: Meldung von Verkäufen (DAC7), Stand 13.10.2026
  3. eBay Hilfe: Verkaufsgebühren für private Verkäufer, Stand 13.10.2026

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Dieser Artikel wurde teilweise mit KI-Unterstützung erstellt.

Daniel Kocks
Über den Autor: Daniel Kocks

Daniel ist seit 2018 nebenberuflich im Affiliate Marketing unterwegs, neben seinem Job und seiner Familie. Hier zeigt er, was bei ihm funktioniert hat und was nicht. Mehr über Daniel

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