Kurz gesagt

Mit Domainhandel kaufst du Internetadressen günstig und hoffst, sie später teurer zu verkaufen. Einzelne Verkäufe bringen viel Geld, die meisten Domains finden aber nie einen Käufer und kosten jedes Jahr Gebühren. Für Einsteiger ist das eher Spekulation als Nebenverdienst.

Inhalt
  1. Lohnt sich das?
  2. Der WOG-Check
  3. So funktioniert es in Kürze
  4. Erfahrungen: was Domainhändler berichten und meine Sicht
  5. Kosten, Risiken und Haken
  6. Für wen es passt und für wen nicht
  7. Im Vergleich zu Affiliate Marketing
  8. Bevor du eine Domain kaufst oder verkaufst
  9. Mein Fazit
  10. Häufige Fragen

Eine Domain kostet ein paar Euro im Jahr, und manche werden für sechsstellige Summen verkauft. Kein Wunder, dass „Domains verkaufen“ wie ein cleverer Nebenverdienst klingt: einmal den richtigen Namen sichern, warten, verkaufen.

Ich bin seit 2018 nebenberuflich im Affiliate Marketing und bis heute angestellt. Mit Domainhandel habe ich selbst keine Erfahrung. Ich habe mir aber die Gebühren der großen Marktplätze, den Ablauf eines Verkaufs, die laufenden Kosten und die rechtlichen Fallen genau angesehen. Und ich habe einen Marketer kennengelernt, bei dem es geklappt hat. Warum er trotzdem die Ausnahme ist, liest du hier. 🌐

Lohnt sich das?

Für die meisten Einsteiger: nein. Domainhandel ist Spekulation. Du kaufst Adressen in der Hoffnung, dass jemand sie irgendwann dringend braucht, und zahlst bis dahin jedes Jahr Gebühren. Die großen Verkäufe, von denen man hört, gibt es wirklich. Du hörst nur nicht von den vielen Domains, die nie verkauft werden.

Anders sieht es aus, wenn du schon eine Domain besitzt, die du nicht mehr brauchst. Dann kann sich ein Verkauf lohnen, und der Ablauf über einen Marktplatz ist einfach. Wer dagegen planbar etwas aufbauen will, findet in meinem Leitartikel Online Geld verdienen die passenderen Modelle.

Der WOG-Check

6 Kriterien, je 1 bis 5 Punkte. Mehr Punkte sind immer besser für dich.

  • Startkapital3/5

    Eine einzelne .de-Domain kostet wenige Euro im Jahr. Ein Bestand, mit dem du realistisch etwas verkaufst, kostet schnell dreistellige Beträge jährlich, gute Domains auf dem Zweitmarkt deutlich mehr.

  • Zeit bis zum ersten Euro1/5

    Kann Monate oder Jahre dauern, oft kommt nie ein Käufer. Planen lässt sich das nicht.

  • Ausbaufähigkeit3/5

    Mit mehr Kapital und Erfahrung kannst du einen größeren Bestand aufbauen. Das erhöht aber auch die jährlichen Kosten.

  • Risiko2/5

    Verlängerungsgebühren laufen jedes Jahr, ohne Garantie auf Verkauf. Dazu kommt das Risiko, versehentlich Markenrechte zu verletzen.

  • Passives Einkommen3/5

    Ist eine Domain einmal gelistet, läuft der Verkauf über den Marktplatz weitgehend ohne dich. Das Geld kommt aber nur, wenn jemand kauft.

  • Seriosität des Marktes3/5

    Große Marktplätze mit Treuhand sind seriös. Rundherum gibt es Bewertungsversprechen, Kaufanfragen mit Haken und Kurse, die schnelle Gewinne ankündigen.

Gesamtfazit: für die meisten Einsteiger nicht empfehlenswert

Für die meisten Einsteiger nicht empfehlenswert: Domainhandel ist Spekulation mit laufenden Kosten, bei der wenige große Verkäufe viele Domains ohne Käufer verdecken.

So funktioniert es in Kürze

Kaufen, halten, verkaufen

Domainhändler registrieren freie Adressen neu oder kaufen bestehende auf dem Zweitmarkt. Dann bieten sie die Domains auf Marktplätzen an: zum Festpreis, auf Verhandlungsbasis oder per Auktion. Allein unter .de sind laut DENIC rund 18,4 Millionen Domains registriert, Stand 27.10.2026. Die kurzen, eingängigen Begriffe sind also längst vergeben. Wer heute einsteigt, kauft meist auf dem Zweitmarkt oder setzt auf Begriffe, die erst noch wichtig werden sollen.

Die großen Marktplätze

Im deutschsprachigen Raum ist Sedo der bekannteste Marktplatz. Laut Sedo erreicht ein Angebot über das Netzwerk SedoMLS mehr als 650 internationale Partner, darunter Registrare, bei denen Käufer direkt nach Domains suchen. Der zweite große Name ist Afternic von GoDaddy mit nach eigener Angabe über 23 Millionen Angeboten. Die Adresse dan.com, früher ein eigener Marktplatz, leitet inzwischen auf Afternic weiter.

Wie ein Verkauf abläuft

Seriöse Marktplätze arbeiten mit Treuhand. Bei Sedo zahlt der Käufer zuerst, dann wird die Domain übertragen, erst danach bekommt der Verkäufer das Geld. Scheitert die Übertragung, erhält der Käufer seinen Betrag zurück. Laut Sedo dauert es zwischen Vertrag und Auszahlung bei gängigen Endungen meist 1 bis 10 Werktage. Technisch zieht eine .de-Domain mit dem Providerwechsel-Passwort, der sogenannten AuthInfo, zum neuen Anbieter um. Bei Afternic geht es mit Fast Transfer schneller: Dort wird die Domain sofort nach Zahlung übertragen, wenn sie bestimmte Bedingungen erfüllt.

Parken

Solange eine Domain nicht verkauft ist, kannst du sie parken. Dann zeigt sie eine Seite mit Werbung und einem Verkaufshinweis, und du verdienst an Werbeklicks. Wie viel dabei herumkommt, nennt Sedo nicht. Bei Domains ohne echten Besucherstrom bleibt das in der Regel wenig.

Erfahrungen: was Domainhändler berichten und meine Sicht

Auf einer Mastermind von Dawid Przybylski habe ich einen Marketer kennengelernt, der vor vielen Jahren einige Domains gekauft hat. Eine starke Domain aus dem Finanzbereich hat er später für eine sechsstellige Summe verkauft. Das zeigt, dass es diese Verkäufe wirklich gibt. Es zeigt aber auch, worauf sie beruhen: Er war sehr früh dran, als gute Begriffe noch frei waren, und die Domain stammt aus einer Branche, in der Firmen viel für Sichtbarkeit zahlen.

Wer sich durch Berichte und Diskussionen zum Domainhandel liest, stößt immer wieder auf dieselben Punkte:

  • Wenige Treffer tragen alles. Erfahrene Händler halten oft viele Domains, von denen pro Jahr nur ein kleiner Teil verkauft wird. Ein einzelner guter Verkauf muss die Gebühren aller anderen mittragen.
  • Die Verlängerung frisst den Gewinn. Wer eine Domain zehn Jahre hält, zahlt zehnmal Gebühren. Viele Anfänger lassen ihre Domains nach ein, zwei Jahren ohne Anfrage wieder auslaufen.
  • Trends sind riskant. Domains zu einem Hype-Begriff sind schnell gekauft und oft genauso schnell wertlos, wenn das Thema wieder verschwindet.
  • Wissen über Branchen zählt. Wer erfolgreich handelt, kennt die Begriffe, nach denen Firmen in seiner Branche suchen, und kauft gezielt statt auf gut Glück.

Meine Sicht: Domainhandel ist ein Geschäft für Leute mit Kapital, Geduld und viel Marktkenntnis. Die Geschichte des Marketers ist echt, aber sie ist eine Ausnahme mit gutem Timing. Für jemanden, der neben dem Job einen planbaren Nebenverdienst sucht, ist das der falsche Weg.

Kosten, Risiken und Haken

Laufende Kosten

Laut DENIC liegen die Kosten für eine normale .de-Domain in der Regel bei etwa 5 bis 15€ pro Jahr, je nach Anbieter. Bei .com und anderen Endungen ist es meist mehr. Klingt wenig. Bei 50 Domains bist du aber schnell bei mehreren hundert Euro im Jahr, und zwar Jahr für Jahr, ob du etwas verkaufst oder nicht. Domains vom Zweitmarkt kosten beim Kauf ein Vielfaches davon.

Gebühren beim Verkauf

  • Sedo. Laut Preisliste 10% des Bruttoverkaufspreises bei einer geparkten Domain zum Festpreis, 15% bei Verhandlung, Auktion oder ohne Parking, 20% wenn der Käufer über das Partnernetzwerk SedoMLS kommt. Startest du selbst eine Auktion, kostet das einmalig 59€. Alle Preise zuzüglich Mehrwertsteuer, Stand 27.10.2026.
  • Afternic. Standardmäßig 25% des Verkaufspreises im Tarif Basic und 30% im Tarif Boost. Zeigt die Domain auf die Nameserver von GoDaddy, sinkt das auf 15 bzw. 20%. Mindestens fallen 15 US-Dollar Provision an. Stand 27.10.2026.

Rechne das ehrlich durch: Von einem Verkaufspreis gehen bis zu ein Drittel an den Marktplatz, dazu kommen Steuern und die Gebühren, die du über die Jahre gezahlt hast.

Markenrecht: die teuerste Falle

Wer Domains mit Markennamen oder bekannten Firmennamen registriert, um sie den Inhabern zu verkaufen, bekommt schnell Post vom Anwalt. Das Markengesetz untersagt Dritten, im geschäftlichen Verkehr ein Zeichen zu benutzen, das mit einer geschützten Marke oder geschäftlichen Bezeichnung verwechselt werden kann (§§ 14, 15 MarkenG). Dazu kommt das Namensrecht nach § 12 BGB. Folgen können Unterlassung und Schadensersatz sein. Deshalb gilt: keine Marken, keine Firmennamen, keine Namen von Personen, auch nicht leicht abgewandelt. Das ist keine Rechtsberatung.

Steuern

Auch das ist keine Steuerberatung. Gewinne aus Domainverkäufen sind in aller Regel steuerlich relevant, die Frage ist nur, wie. Für private Veräußerungsgeschäfte gilt nach § 23 EStG: Liegen zwischen Kauf und Verkauf eines Wirtschaftsguts nicht mehr als ein Jahr, ist der Gewinn steuerpflichtig, wenn alle solchen Gewinne im Jahr zusammen 1.000€ oder mehr betragen. Wer regelmäßig Domains kauft und verkauft, handelt aber schnell gewerblich. Wie das grundsätzlich läuft, steht in meinem Artikel Gewerbe anmelden. Ob dein Fall privat oder gewerblich ist, klärst du vor dem ersten Verkauf mit einer Steuerberatung.

Für wen es passt und für wen nicht

Passt zu dir, wenn …

  • du bereits Domains besitzt, die du nicht mehr nutzt, und sie verkaufen willst.
  • du dich in einer Branche gut auskennst und weißt, welche Begriffe dort wertvoll sind.
  • du Geld übrig hast, das du über Jahre binden und notfalls ganz verlieren kannst.
  • du sehr geduldig bist und Jahre ohne Verkauf aushältst.

Lass es lieber, wenn …

  • du einen planbaren Nebenverdienst neben dem Job suchst.
  • du mit kleinem Budget starten willst und jeder Euro zählt.
  • du auf schnelle Erfolge hoffst, weil du von großen Verkäufen gehört hast.
  • du dich mit Markenrecht nicht beschäftigen willst. 🙂

Im Vergleich zu Affiliate Marketing

PunktDomainhandelAffiliate Marketing
Was du verkaufstInternetadressenEmpfehlungen für fremde Produkte
StartkapitalWenig pro Domain, viel für einen sinnvollen BestandGering, vor allem Zeit
Laufende KostenVerlängerung jeder Domain, jedes JahrJe nach Werkzeugen, etwa E-Mail-Tool und Website
PlanbarkeitKaum, ein Käufer kommt oder nichtWächst mit Reichweite und Inhalten
Gebühren beim Verkauf10 bis 30% an den MarktplatzKeine, der Anbieter zahlt die Provision
RechtlichesMarkenrecht, Steuern auf GewinneGewerbe, Werbekennzeichnung, Pflichtseiten

Fair gesagt: Ein einzelner guter Domainverkauf kann mehr bringen als viele Monate mit Provisionen. Nur weißt du vorher nicht, ob und wann er kommt. Eine Domain spielt übrigens auch im Affiliate Marketing eine Rolle, aber als Werkzeug für deine eigene Website, nicht als Handelsware.

Ich habe mich 2018 für Affiliate Marketing entschieden, weil ich beruflich viel unterwegs bin und etwas wollte, das ich Schritt für Schritt aufbauen kann. Meine wichtigste Erkenntnis: Die E-Mail-Liste ist das wichtigste Asset, denn sie verkauft auch dann, wenn ich gerade keine Zeit habe.

Bevor du eine Domain kaufst oder verkaufst

Dafür brauchst du keinen Kurs. Diese Checkliste reicht:

  • Markenrecht zuerst. Prüf jeden Begriff im Markenregister des DPMA und in einer Suchmaschine. Keine Marken, Firmen- oder Personennamen.
  • Gesamtkosten rechnen. Kaufpreis plus Verlängerung über mehrere Jahre plus Provision beim Verkauf. Erst dann siehst du, ab welchem Preis sich ein Verkauf lohnt.
  • Budget festlegen, das du verlieren kannst. Behandle das Geld wie einen Einsatz, nicht wie eine Investition mit sicherem Ertrag.
  • Nur über Treuhand verkaufen. Marktplatz mit Treuhandabwicklung nutzen, nie die Domain übertragen, bevor das Geld sicher ist.
  • Keine Vorkasse für Gutachten. Verlangt ein Interessent erst ein kostenpflichtiges Wertgutachten, ist das ein Warnsignal.
  • Steuern klären. Vor dem ersten Verkauf klären, ob du privat oder gewerblich handelst.
  • Ehrlich bleiben. Wenn eine Domain nach zwei Jahren keine einzige Anfrage hatte, lass sie lieber auslaufen, statt weiter zu zahlen.

Mein Fazit

Domains zu verkaufen, die du ohnehin besitzt, ist sinnvoll und über einen Marktplatz mit Treuhand einfach. Domainhandel als Nebenverdienst ist dagegen für die meisten Einsteiger nichts. Die großen Verkäufe gibt es, wie die Geschichte des Marketers zeigt. Sie beruhen aber auf frühem Timing, viel Kapital und Branchenwissen, und dahinter stehen viele Domains, die nie jemand kauft.

Wenn du lieber etwas aufbauen willst, das Schritt für Schritt wächst, hol dir den kostenlosen Affilionär Kickstart*. Wie meine eigene Bilanz seit 2018 aussieht, liest du in meinen Erfahrungen mit Online Geld verdienen.

Häufige Fragen

Kann man mit Domains Geld verdienen?

Ja, aber selten und schwer planbar. Gute, kurze Domains aus gefragten Branchen werden teuer verkauft, die große Masse findet nie einen Käufer. Du zahlst für jede Domain jedes Jahr Gebühren, auch wenn sie nichts einbringt.

Was kostet es, eine Domain über Sedo zu verkaufen?

Sedo nimmt laut Preisliste 10% des Verkaufspreises bei geparkten Festpreis-Domains, 15% bei Verhandlung, Auktion oder ungeparkten Domains und 20%, wenn der Käufer über das Partnernetzwerk kommt. Eine direkt gestartete Auktion kostet einmalig 59€. Stand 27.10.2026, Preise zuzüglich Mehrwertsteuer.

Wie viel ist meine Domain wert?

Das entscheidet allein, was ein Käufer zahlt. Kurz, einprägsam, ohne Bindestriche, mit einem Begriff aus einer zahlungsstarken Branche und unter einer bekannten Endung wie .de oder .com: Das steigert die Chancen. Bewertungstools liefern nur grobe Schätzungen.

Wie läuft der Verkauf einer .de-Domain ab?

Über einen Marktplatz wie Sedo zahlt der Käufer zuerst an den Treuhänder, dann wird die Domain übertragen, danach bekommt der Verkäufer sein Geld. Technisch zieht die Domain mit dem Providerwechsel-Passwort (AuthInfo) zum Anbieter des Käufers um. Bei Sedo dauert das laut eigener Angabe meist 1 bis 10 Werktage.

Muss ich Gewinne aus Domainverkäufen versteuern?

In der Regel ja, wie genau, hängt vom Einzelfall ab. Wer privat einzelne Domains innerhalb eines Jahres nach dem Kauf mit Gewinn verkauft, landet bei den privaten Veräußerungsgeschäften nach § 23 EStG, wer regelmäßig handelt, eher beim Gewerbe. Das ist keine Steuerberatung, kläre die Einordnung vor dem ersten Verkauf.

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Quellen

  1. Sedo: Preisliste für Services, Stand 27.10.2026
  2. Sedo: Domain-Transfer, Stand 27.10.2026
  3. Sedo: Domains parken, Stand 27.10.2026
  4. Afternic: Sell domains, Stand 27.10.2026
  5. Afternic: Fast Transfer, Stand 27.10.2026
  6. Afternic: Domain Marketplace, Stand 27.10.2026
  7. DENIC: .de-Domains, Stand 27.10.2026
  8. DENIC: FAQ für Domaininhaber, Stand 27.10.2026
  9. MarkenG § 14 (gesetze-im-internet.de), Stand 27.10.2026
  10. MarkenG § 15 (gesetze-im-internet.de), Stand 27.10.2026
  11. BGB § 12 Namensrecht (gesetze-im-internet.de), Stand 27.10.2026
  12. EStG § 23 Private Veräußerungsgeschäfte (gesetze-im-internet.de), Stand 27.10.2026

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Dieser Artikel wurde teilweise mit KI-Unterstützung erstellt.

Daniel Kocks
Über den Autor: Daniel Kocks

Daniel ist seit 2018 nebenberuflich im Affiliate Marketing unterwegs, neben seinem Job und seiner Familie. Hier zeigt er, was bei ihm funktioniert hat und was nicht. Mehr über Daniel

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