Kurz gesagt
Online-Nachhilfe geben ist ein seriöser Nebenverdienst: Du unterrichtest Schüler per Video, meist über eine Plattform wie GoStudent oder cleverly, und arbeitest dabei selbstständig. Du brauchst kaum Startkapital, aber Fachwissen, Geduld und feste Termine am Nachmittag oder Abend. Es bleibt Zeit gegen Geld, wächst also nur mit deinen Stunden.
Inhalt
Du bist gut in Mathe, Englisch oder Deutsch und überlegst, nebenbei Online-Nachhilfe zu geben? Das ist einer der wenigen Wege in dieser Reihe, bei dem kaum etwas schiefgehen kann. Die Frage ist eher: Passt er zu deinem Alltag, und was bleibt am Ende übrig?
Ich bin seit 2018 nebenberuflich im Affiliate Marketing und bis heute angestellt. Nachhilfe habe ich selbst nicht gegeben. Ich habe mir aber die großen Plattformen, ihre Bedingungen und die steuerlichen Grundlagen genau angesehen und frage wie immer: Lohnt sich das für jemanden mit Job und wenig Zeit?
Lohnt sich das?
Ja, wenn du einen ehrlichen Nebenjob suchst. Online-Nachhilfe ist seriös, braucht kaum Startkapital und wird pro Stunde bezahlt. Du hilfst dabei jemandem konkret weiter, das ist mehr, als viele andere Nebenverdienste von sich sagen können.
Die Grenzen sind genauso klar: Du tauschst Zeit gegen Geld, die Termine liegen meist am Nachmittag oder frühen Abend, und mehr verdienst du nur mit mehr Stunden. Wer etwas aufbauen will, das irgendwann ohne ihn läuft, findet in meinem Leitartikel Online Geld verdienen andere Modelle.
Der WOG-Check
6 Kriterien, je 1 bis 5 Punkte. Mehr Punkte sind immer besser für dich.
-
Startkapital5/5
Laptop mit Webcam und stabiles Internet. Mehr verlangen die Plattformen nicht.
-
Zeit bis zum ersten Euro4/5
Bewerbung, Kennenlernen und Einarbeitung dauern ein paar Tage bis Wochen. Danach wird jede Stunde bezahlt.
-
Ausbaufähigkeit2/5
Mehr Geld heißt mehr Stunden. Ein höherer Satz ist möglich, aber deine Zeit bleibt die Grenze.
-
Risiko4/5
Kaum Geldeinsatz, kein Lager, keine Ware. Das Risiko liegt eher bei Steuern und unklaren Plattformbedingungen.
-
Passives Einkommen1/5
Kein Unterricht, kein Geld. Das ist ein Nebenjob, kein Business, das ohne dich läuft.
-
Seriosität des Marktes4/5
Etablierte Plattformen mit klaren Abläufen. Lies trotzdem die AGB, vor allem zu Provision und Auszahlung.
Gesamtfazit: möglich, aber mit Einschränkungen
Ein seriöser, gut planbarer Nebenverdienst für alle mit Fachwissen und Geduld, aber Zeit gegen Geld mit festen Terminen und ohne Ausbau über deine Stunden hinaus.
So funktioniert es in Kürze
Es gibt zwei Wege: über eine Plattform oder auf eigene Faust.
Über eine Plattform
Die meisten starten über eine Vermittlung. Der Ablauf ist ähnlich. Bei GoStudent sind es laut eigener Seite fünf Schritte: Anmeldeformular, Fächerquiz, kurzes Vorstellungsvideo, ein gültiger Hintergrundcheck und ein Online-Onboarding. Danach erstellst du dein Profil und bekommst Schüler vermittelt. Eine Einheit dauert dort 50 Minuten.
Bei cleverly gibt es ein Formular, ein Kennenlerngespräch und ein kurzes Onboarding. HeyTimi gehört laut eigener Seite seit Dezember 2023 zu cleverly und läuft nach einem ähnlichen Muster mit Gespräch und Einführungsschulung.
Auf eigene Faust
Du kannst auch ohne Plattform unterrichten, zum Beispiel über Empfehlungen, Kleinanzeigen oder eigene Inhalte. Dann zahlst du keine Provision, musst deine Schüler aber selbst finden, Termine selbst planen und Rechnungen selbst schreiben. Genau an diesem Punkt merkt man, wie wertvoll eigene Reichweite ist.
Was die Plattformen verlangen
Stand: 16.10.2026, laut den Seiten der Anbieter.
| Plattform | Voraussetzungen | Arbeitsform |
|---|---|---|
| GoStudent | Ab 18 Jahren, Vorkenntnisse „von Vorteil, aber nicht zwingend“, Hintergrundcheck | Selbstständig, laut AGB kein Arbeitsverhältnis |
| cleverly | Abiturient:in oder Student:in, Deutsch mindestens auf C1-Niveau, Kenntnis des deutschen Schulsystems | Freiberuflich, nicht angestellt |
| HeyTimi | Einschlägiges laufendes oder abgeschlossenes Studium, mindestens 5 Stunden pro Woche | Selbstständiger Freiberufler |
| Lern-Fair | Keine Vorkenntnisse nötig | Ehrenamtlich, ohne Bezahlung |
Lern-Fair steht hier bewusst mit drin: Wenn du erst testen willst, ob dir Unterrichten liegt, ist ehrenamtliche Lernhilfe ein guter Einstieg ohne Druck.
Welche Fächer gefragt sind
Laut cleverly kannst du dort alle gängigen Schulfächer unterrichten, am stärksten nachgefragt sind derzeit Mathe, Deutsch, Englisch, Latein und Französisch. Die Schüler sind zwischen 6 und 18 Jahren alt, du kannst vorher sagen, ob du lieber Grundschule oder Oberstufe unterrichtest. Im Schnitt betreuen die Tutoren dort laut cleverly 5 Kinder pro Woche.
Das hilft bei der Einordnung: Mit einem Hauptfach hast du die besten Chancen auf feste Schüler. Wer nur ein seltenes Fach anbieten kann, wartet unter Umständen länger auf Anfragen. Und überlege dir vorher ehrlich, welche Altersstufe dir liegt. Ein Grundschulkind braucht eine andere Ansprache als jemand kurz vor dem Abitur.
Erfahrungen: was Nutzer berichten und meine Sicht
Wer sich mit Online-Nachhilfe beschäftigt, stößt immer wieder auf dieselben Punkte:
- Die Zeiten sind vorgegeben. Schüler haben vormittags Schule. Unterricht findet meist nachmittags und am frühen Abend statt, also genau dann, wenn viele Angestellte noch arbeiten oder Familie haben.
- Vorbereitung zählt mit. Bezahlt wird die Einheit. Vorbereitung, Material und Absprachen mit Eltern kommen dazu.
- Feste Schüler machen es planbar. Wer ein paar Schüler regelmäßig betreut, hat einen verlässlichen Wochenplan.
- Die Plattform verdient mit. Für die Vermittlung zahlst du Provision. Wie hoch, steht nicht immer offen auf der Bewerbungsseite.
Meine Sicht: Für Studierende oder Menschen mit flexiblem Feierabend ist das ein richtig guter Nebenjob. Wer wie ich angestellt und beruflich viel unterwegs ist, kommt mit festen Nachmittagsterminen schnell an Grenzen.
Kosten, Verdienst und Haken
Was du verdienst
Konkrete Stundensätze nennen die Plattformen auf ihren Bewerbungsseiten kaum. cleverly spricht nur von einem „überdurchschnittlichen Stundenlohn“. GoStudent rechnet auf seiner Seite vor: ab 620 € im Monat bei 10 Einheiten pro Woche bis 2.480 € im Monat bei etwa 40 Einheiten pro Woche. Grob überschlagen sind das um die 14 bis 15 € pro Einheit. Laut GoStudent steigt der Verdienst pro Einheit, je mehr Einheiten du gibst.
Wichtig zur Einordnung: Das sind Angaben der Plattform, vor Steuern und Sozialabgaben, und keine Zusage. 40 Einheiten pro Woche sind neben einem Vollzeitjob kaum machbar.
Provision und Auszahlung
Die AGB von GoStudent zeigen, worauf du achten solltest (Stand 16.10.2026):
- Provision: GoStudent behält sich vor, Tarife und Provisionen jederzeit zu ändern. Änderungen gelten für neu vermittelte Einheiten.
- Auszahlung: Dein Guthaben wird zum Ende des nächsten Kalendermonats fällig. Das erste Geld kommt also mit Verzögerung.
- Steuern selbst: Einkommensteuer, Umsatzsteuer und Sozialversicherungsbeiträge erklärst und zahlst du laut AGB selbst.
Steuern und Anmeldung
Unterrichtende Tätigkeit zählt laut § 18 EStG zu den freiberuflichen Tätigkeiten. Deshalb sprechen die Plattformen von Freiberuflern, und ein Gewerbe brauchst du in der Regel nicht. Anmelden musst du dich trotzdem: HeyTimi schreibt, dass du die freiberufliche Tätigkeit innerhalb von vier Wochen beim Finanzamt anmeldest. Wie das geht, erkläre ich in meiner Ausfüllhilfe zum Fragebogen zur steuerlichen Erfassung.
Bei der Umsatzsteuer hilft vielen die Kleinunternehmerregelung. Nach § 19 UStG gilt sie, wenn der Umsatz im Vorjahr 25.000 € nicht überschritten hat und im laufenden Jahr 100.000 € nicht überschreitet. Details stehen in meinem Artikel zur Kleinunternehmerregelung. Das ist keine Steuerberatung, im Zweifel fragst du das Finanzamt oder eine Steuerberatung.
Für wen es passt und für wen nicht
Passt zu dir, wenn …
- du ein Fach wirklich sicher beherrschst und es gut erklären kannst.
- du nachmittags oder am frühen Abend feste Termine einhalten kannst.
- du Geduld mit Kindern und Jugendlichen hast.
- du einen planbaren Nebenjob suchst, kein Business.
Lass es lieber, wenn …
- dein Feierabend unregelmäßig ist oder du oft unterwegs bist.
- du etwas aufbauen willst, das ohne deine Stunden weiterwächst.
- dir Unterrichten keinen Spaß macht. Schüler merken das sofort. 🙂
Im Vergleich zu Affiliate Marketing
| Punkt | Online-Nachhilfe | Affiliate Marketing |
|---|---|---|
| Erster Euro | Nach wenigen Wochen, sicher pro Stunde | Oft erst nach Monaten, unsicher |
| Zeitplan | Feste Termine mit Schülern | Frei einteilbar |
| Ausbau | Nur über mehr Stunden oder höheren Satz | Inhalte arbeiten weiter, auch ohne dich |
| Voraussetzung | Fachwissen und pädagogisches Geschick | Reichweite und Geduld |
| Anmeldung | In der Regel freiberuflich beim Finanzamt | In der Regel Gewerbe |
Fair gesagt: Nachhilfe bringt dir viel schneller sicheres Geld als Affiliate Marketing. Wer morgen etwas verdienen will, ist hier besser aufgehoben.
Ich habe mich 2018 trotzdem für Affiliate Marketing entschieden. Ich bin angestellt, beruflich viel unterwegs und habe Familie. Feste Termine am Nachmittag passen schlecht dazu. Inhalte kann ich dann erstellen, wenn ich Zeit habe. Wer sein Wissen später nicht mehr Stunde für Stunde verkaufen will, findet in meinem Check Online-Kurs erstellen den nächsten Schritt.
Bevor du dich bewirbst
Für Nachhilfe brauchst du keinen Kurs. Diese Checkliste hilft dir, die richtige Plattform zu finden:
- Stundensatz schriftlich. Frag im Kennenlerngespräch, was du pro Einheit bekommst und wovon das abhängt.
- Provision verstehen. Wie viel behält die Plattform, und darf sie das ändern?
- Auszahlung prüfen. Wann kommt das Geld, und was passiert mit abgesagten Stunden?
- Mindeststunden klären. Manche Plattformen erwarten eine feste Zahl pro Woche.
- AGB lesen. Vor allem zu Kündigung, Kundenschutz und dem Wechsel zu privatem Unterricht.
- Finanzamt einplanen. Anmeldung, Steuernummer, Rechnungen. Am besten vor der ersten Stunde.
- Erst testen. Ehrenamtlich bei Lern-Fair oder mit einem Schüler aus dem Bekanntenkreis.
Mein Fazit
Online-Nachhilfe ist ein ehrlicher, seriöser Nebenjob mit wenig Risiko. Wer Fachwissen und feste Zeiten hat, verdient damit verlässlich etwas dazu. Ein Business, das ohne dich wächst, wird daraus nicht, und das sollte dir vorher klar sein.
Wenn du neben dem Job lieber etwas aufbaust, das nicht an feste Termine gebunden ist, hol dir den kostenlosen Affilionär Kickstart*. Und wenn du erst wissen willst, wie meine Bilanz seit 2018 aussieht, lies meine Erfahrungen mit Online Geld verdienen.
Häufige Fragen
Wie viel verdient man mit Online-Nachhilfe?
Das hängt von Plattform, Fach und Stundenzahl ab. GoStudent nennt auf seiner Seite ab 620 € im Monat bei 10 Einheiten pro Woche bis 2.480 € bei etwa 40 Einheiten pro Woche (Stand 16.10.2026). Das sind Angaben der Plattform vor Steuern und Versicherung, keine Zusage.
Ist es illegal, privat Nachhilfe zu geben?
Nein. Du musst die Einnahmen aber versteuern und die Tätigkeit beim Finanzamt melden. Plattformen wie HeyTimi weisen darauf hin, dass du die freiberufliche Tätigkeit innerhalb von vier Wochen beim Finanzamt anmeldest. Das ist keine Steuerberatung.
Brauche ich für Nachhilfe ein Gewerbe?
In der Regel nicht. Unterrichtende Tätigkeit zählt nach § 18 EStG zu den freiberuflichen Tätigkeiten, und die Plattformen sprechen von freiberuflicher Arbeit. Du meldest dich dann beim Finanzamt an, meist über den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung. Im Zweifel klärst du das mit dem Finanzamt.
Ab welchem Alter kann man Online-Nachhilfe geben?
Bei GoStudent kann sich laut eigener Seite jeder ab 18 Jahren bewerben. Andere Plattformen verlangen ein laufendes oder abgeschlossenes Studium im Fach. Prüfe die Voraussetzungen der jeweiligen Plattform.
Welche Technik brauche ich für Online-Nachhilfe?
Laut cleverly reichen ein Laptop oder Computer mit Webcam und eine stabile Internetverbindung. HeyTimi nennt zusätzlich ein Mikrofon und einen aktuellen Browser. Ein ruhiger Platz gehört bei GoStudent ausdrücklich dazu.
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- GoStudent: Online-Nachhilfe geben, so funktioniert es, Stand 16.10.2026
- GoStudent: Vorteile und Einnahmen, Stand 16.10.2026
- GoStudent: AGB für Tutoren, Stand 16.10.2026
- cleverly: Online-Nachhilfe geben, Stand 16.10.2026
- HeyTimi: Online-Nachhilfe geben, Stand 16.10.2026
- Lern-Fair: ehrenamtliche Lernunterstützung, Stand 16.10.2026
- EStG § 18 Selbständige Arbeit (gesetze-im-internet.de), Stand 16.10.2026
- UStG § 19 Besteuerung der Kleinunternehmer (gesetze-im-internet.de), Stand 16.10.2026
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Dieser Artikel wurde teilweise mit KI-Unterstützung erstellt.
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